• 6. Juli 2005
  • Ausgabe 27/2005
  • von Dietrich Kreller

Konsequenzen der Gesundheitsreform

Hamburg - Vor dem Hintergrund der Auflagen der Gesundheitsreform sind jetzt die drei freien konfessionell geprägten Krankenhäuser Hamburgs, das Albertinen-Krankenhaus, das Diakonie-Klinikum Hamburg und das Marienkrankenhaus, eine Partnerschaft eingegangen. Erklärtes Ziel ist es, ein wirksames Zusammenspiel von Krankenhaus und ambulanter Pflege zu ermöglichen.

Die drei Krankenhäuser haben jetzt einen Kooperationsvertrag für ein gesichertes Entlassungs-management mit dem Verbund Pflege-Partner Diakonie unterzeichnet.
Wer noch vor einigen Jahren im Krankenhaus behandelt wurde, konnte bei schwereren Operationen mit einem längeren, manchmal wochenlangen Aufenthalt rechnen. Durch die Gesundheitsreform wurde die Verweildauer der Patienten im Krankenhaus verkürzt, um unnötige Kosten einzusparen.

Durch die Umstellung auf „Fallpauschalen“ in der Abrechnung seit 2003 hat sich die Aufenthaltsdauer der Patienten in den Krankenhäusern um 30 Prozent verkürzt. Durch die Fallpauschalen werden die allgemeinen Krankenhausleis-tungen einschließlich Unterkunft, Verpflegung, vor- und nachstationäre Krankenhausbehandlungen vergütet. Die Verweildauer des Patienten wird bereits im Vorhinein je nach Befund kalkuliert.

Damit wird eine Versorgungslücke geschlossen, die sich durch die Gesundheitsreform selbst ergab. Denn in der ersten Zeit gab es noch kein ausgereiftes Konzept, wie Patienten nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus angemessen versorgt werden könnten. Besonders ältere Menschen wurden oft in eine unsichere Situation entlassen oder standen vor dem Zwang, vorübergehend oder sogar endgültig zur Pflege in ein Altenheim abgeschoben zu werden. Oft stellte sich der sogenannte „Drehtüreffekt“ ein, eine Verschlechterung des Gesundheistzustandes und Wiedereinweisung ins Krankenhaus durch eine mangelhafte Nachsorge.

Durch das Konzept „Entlassungsmanagement“ wird bereits mit Beginn des Aufenthalts in einem Krankenhaus die angemessene Nachsorge geplant, ambulante Pflegeeinrichtungen in der Nähe werden verständigt, Hausärzte, Apotheken und Familienangehörige und nicht zuletzt der Patient selbst eingebunden. Durch die enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung können die Krankenhäuser die Patienten in Zukunft mit besserem Gewissen entlassen. Der Pflege-Partner Diakonie verspricht eine stadtweite Versorgung, eine 24-stündige Erreichbarkeit mit einer zentralen Telefonnummer sowie eine qualitativ hochwertige Pflege.

Die Kooperation versteht sich aus der konfessionellen Nähe und der Aussicht, angesichts der erheblichen Konkurrenz auf dem Gesundheits-Markt wirtschaftlicher zu arbeiten. Der Verbund nutzt also auch den Heimvorteil, der mit den bestehenden Einrichtungen mit insgesamt 61 200 Patienten pro Jahr in den Krankenhäusern und rund 4700 pflegebedürftigen Menschen in der ambulanten Pflege nicht unerheblich ist. Ziel sei es, so Stefan Rehm, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes, die in den vergangenen Jahren verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen.