• 31. August 2005
  • Ausgabe 35/2005
  • von Carsten Splitt

„Mönchsweg“ - Radwandern in Schleswig-Holstein

Kiel – Wanderer und Radfahrer in Schleswig-Holstein können sich auf einen neuen Radwanderweg freuen. Geht es nach den Plänen von Kirche und Kommune soll schon bald ein 342 Kilometer langer „Mönchsweg“ die Stadt Glückstadt an der Elbe mit der Ostseeinsel Fehmarn verbinden.

„Der Streckenplan steht bereits“, verrät Jörg Fenske, der die Planung für die Kirche übernommen hat. Der Weg führt durch vier Landkreise und 71 Gemeinden. Angestoßen wurde das Projekt von den beteiligten Landkreisen. „Das macht den besonderen Reiz aus“, sagt Pastor Fenske: „Sowohl die Idee als auch die Finanzierung wurden gewissermaßen an die Kirche herangetragen. Nun hängt es lediglich noch an der Bewilligung der EU-Zuschüsse.“

Das rund 120 000 Euro aufwändige Unternehmen soll zu 50 Prozent aus europäischen Mitteln bezuschusst werden. Über die entsprechenden Anträge wird in den nächsten Tagen entschieden. „Wenn alles glatt geht, können die Schleswig-Holsteiner vielleicht schon im Herbst 2006 loswandern“, hofft Fenske.

Mit dem neuen Radwanderweg wollen die Kreise Segeber, Plön, Ostholstein und Steinburg eine Lücke im schleswig-holsteinischen Wanderrouten-Netz schließen: Während die bisherigen Strecken wie Ochsenweg, Ostseeküstenradwanderweg oder Westküstenradweg vornehmlich in Nord-Süd-Richtung verlaufen, bietet der Mönchsweg eine West-Ost-Verbindung.

Als thematischer Radwanderweg soll er dabei die schleswig-holsteinische Kirchengeschichte widerspiegeln. Wer dem Mönchsweg folgt, wandelt gleichsam auf den Spuren der Christianisierung der Nordens.

Die Missionierung des norddeutschen Raums durch Wanderprediger erfolgte um 800. Über das Weser-Elbe-Gebiet dehnte sich der Herrschaftsbereich der Franken unter Karl dem Großen bis nach Glückstadt aus. Von dort schob sich die Christianisierung zunächst den Störbogen entlang weiter Richtung Osten. Ziel waren die alten Ansiedlungen, die Thingspele.

Am Wegesrand des Mönchsweg wird es daher einiges zu entdecken geben. Der Wanderweg führt vorbei an Kirchen, Klöstern und Burgplätzen. Insgesamt 46 Sehenswürdigkeiten, zum Teil mit Übernachtungsmöglichkeiten, laden zum Verweilen ein. „Wir haben darauf geachtet, möglichst viele der schönen historischen Kirchen in der Region mit zu intergrieren“, sagt Jörg Fenske. So schlängelt sich der Weg von Glückstadt über Itzehoe mit seinem Zisterzienser-Kloster und der St. Laurentii-Kirche vorbei am Schloss Breitenburg durch den Kreis Steinburg. Über Kellinghusen und die Waldkapelle Mönkloh geht es weiter nach Bad Bramstedt. Von dort aus führt der Weg – vorbei am weltlichen Vergnügen Wildpark Eekholt – bis nach Bad Segeberg, wo das Augustiner-Chorherr-Kloster und St. Marien besichtigt werden können.

Auf den Spuren von Vicelin begibt sich der Mönchsweg schließlich über Bosau (Vicelinkloster) bis zur St. Johanneskirche nach Oldenburg, das einst Bischofssitz des norddeutschen Missionars war. Besondere Beachtung bis zum Endpunkt in Puttgarden verdienen das Benediktiner-Kloster und die Klosterkirche in Cismar. In den Wegverlauf einbezogen sind übrigens möglichst viel Bahnhöfe. So ist auch an Tagesausflügler gedacht, die nicht die ganze Strecke zurücklegen wollen.

Auf Abwege geraten dürften Radfahrer und Spaziergänge, die dem Mönchsweg folgen, jedenfalls kaum. Hinweisschilder mit einem einheitlichen Logo weisen den Wanderern stets die richtige Richtung.