• 18. July 2007
  • von Martina Jensen

Gettorfer Kantor Simon Harden gewann Orgelwettbewerb

Gettorf – Simon Harden, Kantor an der St. Jürgen-Kirche in Gettorf, hat den internationalen Orgelwettbewerb im niederländischen Alkmaar gewonnen. Der gebürtige Ire setzte sich gegen 38 Konkurrenten unter anderem aus Deutschland, den USA, Italien, Ungarn, Finnland und Frankreich durch. Gefordert waren vorrangig Werke von Dietrich Buxtehude.

„Zunächst schickten alle Bewerber eine CD ein“, erklärt Harden. Danach erhielten zwölf von ihnen eine Einladung zum Vorspielen. An der großen Schnitger-Orgel aus dem Jahr 1725 mussten sie dann der Jury beweisen, dass sie Werk und Instrument beherrschten. „Die alten Orgeln sind gar nicht so leicht zu spielen, weil ihre Mechanik sehr schwergängig ist“, sagt Harden. Ihn habe das jedoch nicht gestört, da er mit der Gettorfer Marcussen-Orgel von 1869 reichlich Übung habe.

Die Preisrichter, unter ihnen hochkarätige Musiker wie Andrea Marcon (Italien) und Wolfgang Zerer (Deutschland) wählten nach der ersten Runde sechs Teilnehmer aus. An einer bedeutend kleineren Orgel aus dem Jahr 1511 sollten sie nun auch Werke von Heinrich Scheidemann zu Gehör bringen. „Eine kleine Orgel hat einen ganz anderen Klang, als eine große. Darauf muss man sich schnell einstellen können“, erklärt Harden die Herausforderung. Wieder überzeugte der 31-Jährige die Experten und spielte sich nicht nur in die Endrunde, sondern schließlich auch zum Sieg.
Zwar strich Harden ein Preisgeld ein, doch „reich wird man von solchen Wettbewerben nicht“, sagt Harden. „Allerdings sind sie gut für den Lebenslauf.“ Harden möchte in Zukunft neben seiner Arbeit als Kantor und Organist mehr Konzerte spielen. Der Erfolg in Alkmaar brachte ihm bereits die ersten Einladungen.

Vor einem Jahr luden die Veranstalter zum Wettbewerb ein. Doch erst sechs Wochen vor dem ersten Vorspielen begann Harden mit intensivem Üben. „Ich hatte vorher einfach zuviel zu tun.“ Er begleitet nicht nur die Sonntagsgottesdienste auf der Orgel, sondern spielt auch zu Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen. Nebenbei probt er regelmäßig mit der Kantorei, dem Kinder- und dem Jugendchor.

Vor sechs Jahren kam der Musikwissenschaftler nach Deutschland. „Ich wollte Orgel spielen, Deutschland hat eine große Tradition im Orgelbau und in der Orgelmusik.“ Nach Stationen in Hamburg und Berlin arbeitet er seit Dezember in der Kirchengemeinde Gettorf.